Shagya Araber - Intelligent, elegant, leistungswillig
Der Shagya-Araber ist das lebendige Erbe der glanzvollen Österreich-Ungarischen Monarchie. Die Ursprünge gehen auf die über zweihundert Jahre alte Zucht orientalischer Pferde in den k.u.k. Militärgestüten zurück.
Im ausgehenden 18.Jahrhundert waren Pferde kriegswichtig und Kaiserin Maria Theresias Reich fehlte es an brauchbaren, genügsamen Remonten für die Armee. Die bewährten, aber behäbigen Landstuten wurden mit wendigen, leichtfuttrigen Araberhengsten gedeckt. Der Erfolg gab dem Konzept Recht. Die resultierenden Pferde waren vielseitig einsetzbar. Dank ihrer Ausdauer waren sie geschätzte Reit- und Wagenpferde. Drei Gestüte machten sich im Wesentlichen verdient um die Entwicklung der so genannten „Araberrasse“: Kotzmann (später bekannt als Radautz), Mezöhegyes und Babolna.
Der Shagya-Araber gilt als das Fahrpferd
Foto © M.Groger
Schon damals legten die Gestütsdirektionen nicht nur größten Wert auf harte Selektion. Mit Akribie verfolgten sie eine Zucht in Stämmen. Einzelne Stutenlinien lassen sich darum noch heute bis ins 18.Jahrhundert zurückverfolgen.
Die Bezeichnung „Shagya-Araber“ ist dagegen relativ jung. Erst 1978 einigten sich internationale Zuchtverbände auf diesen Namen, der an den 1836 nach Babolna importierten Araberhengst Shagya erinnert. Dieser Schimmel war damals in der Folge zu einem der einflussreichsten Hengste innerhalb seiner Rasse geworden.
Mit 155 bis 165 Zentimeter Stockmaß sind Shagya-Araber deutlich größer und verfügen über mehr Rahmen als die Vollblutaraber. Kein Wunder, dass Shagya-Araberhengste der modernen Warmblutzucht zeitweise als Veredler dienten. Ramzes AA, die Hengste Gazal VII ShA oder Bajar ShA erscheinen in den Abstammungen erfolgreicher Sportpferde wie Rembrandt oder White Girl.
Shagya-Araberhengst Galan - Foto © M.Groger
Shagya-Araberhengst Occident - Foto © M.Groger
Obwohl Shagya-Araber weltweit als Sport- und Freizeitpferde geschätzt werden, umfasst der Zuchtpferdebestand lediglich circa 2.000 Tiere. Mittlerweile liegt die züchterische Verantwortung auch nicht mehr bei Nationalgestüten, sondern in den Händen privater Züchter. Die Arbeit der einzelnen Länder und ihrer Stutbücher koordiniert die Internationale Shagya-Araber Gesellschaft (ISG).